Gesendet: Dienstag, 9. Januar 2007 13:38
An: ‘RE-agieren – Mental- & Personaltraining’
Betreff: AW: Wie geht es Ihnen?

Lieber Herr Reichl

Es hat mich gefreut, nun doch von Ihnen zu hören.

Mir geht es einerseits gut und andererseits schlecht. Morgens übe ich täglich, das geht aber nicht immer mit nachhaltiger Einstellung – ich bemühe mich.

Meine Kopfschmerzen haben zugenommen. Allerdings sehe ich immer mehr Stolpersteine an denen ich hänge. Ich träume so gut wie jede Nacht, dass etwas Unangenehmes passiert,

mal versäume ich den Bus, dann fahre ich mit dem Auto an, dann geht meine Maus kaputt, usw. (auch Schlimmeres) und ich versuche dabei mit großer Mühe aus den Situationen herauszukommen.

Ich denke dass sich meine Ängste in diesen Bildern zeigen. Ich habe nächste Woche einen Termin bei einer mir bekannten Gesprächstherapeutin vereinbart und hoffe dass ich Hilfe bekomme.

Weiters möchte ich auch ein Mentaltraining bei Ihnen mitmachen. Glauben Sie dass der Aufbaukurs Ende März für mich geeignet ist?

Ich finde es spannend, was sich bei mir bewegt und schaue auch genau hin. Ich halte Sie auf dem Laufenden und melde mich demnächst.

Alles Gute und

schöne Grüße
xxx

Hallo Frau xxx,

die täglichen Rituale zu integrieren ist nicht immer leicht, da die letzten Jahrzehnte immer von anderen „Dingen“ geprägt sind die nicht einer Konstruktivität entspringen.

Dennoch ist mit anhaltender Konsequenz viel zu bewältigen.

Die Kopfschmerzen könnten ja immer noch mit dem „viel Denken“ zu tun haben. Probieren Sie doch, bei leicht beginnendem Kopfschmerz einige Affirmationen in Richtung Ruhe sich vorzusagen und zugleich für etwa 1 Minute sich ganz intensiv zu entspannen. Probieren Sie Ruhe zu erfühlen.

Reflektieren Sie etwa 1 bis eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen und korrigieren Sie Negatives. Versuchen Sie die letzten Minuten vor dem Einschlafen nur noch konstruktiv zu sein. Denken Sie an ein schönes Ziel und malen Sie es so lange aus, bis Sie einschlafen. Machen Sie sich ein schönes Ziel. Die Träume sind nicht immer Vorboten in dem was sie uns mitteilen, sondern oft ganz konträr in eine andere Richtung. Also lassen Sie sich durch die Träume nicht verwirren und bleiben Sie konstruktiv am Ball.

Die Stolpersteine haben öfters auch was mit Klarheit zu tun. Eine Vergleichsgeschichte dazu: Wenn Sie schlecht sehen (Unwissenheit) und dann lernen besser zu sehen (sich Themen widmen und Zusammenhänge erkennen), dann werden Sie natürlich die schöneren Sachen viel klarer erkennen können, doch auch die nicht so angenehmen Dinge werden Sie klarer sehen und erkennen. Wenn Sie dann was erkennen, dann sollten Sie sich fragen, warum denn das so ist. Warum haben Sie den Bus versäumt. Was war die Minuten zuvor, dass dies so passieren MUSS. Detto bei dem Autounfall. Welche Unachtsamkeit war der Auslöser und weiters wäre die Frage, wo und wie ist es geschehen. Die Buchautorin Kössner schreibt in ihrem Spiegelgesetz davon, dass Unfälle auf der rechten Seite mit dem Verstand bzw. der Logik als auch im Außen zu tun hat und die linke Seite mehr mit dem Gefühl, dem Innen zu tun hat. Oft stellt sich auch die Frage, wo schaut man hin bzw. wo nicht bzw. was sieht man bzw. sollte man schon längst sehen und will es jedoch nicht. Also da kommen schon einige Fragen auf einen zu.

Ich weiß, dass das Leben viele Aufgaben liefert und das ist auch gut so. Dazu anbei eine schöne Datei, die ich von einem Freund erhalten habe.

Wenn Sie in gewissen Bereichen wirklich große Ängste haben, dann können wir uns nochmals kurz treffen. Seit gestern habe ich eine neue Methode, Ängste und Phobien mit etwa 70%iger Chance zu lösen.

Der Termin mit der Gesprächstherapeutin ist sicherlich gut, gehen Sie nach Gefühl. Sie werden gleich bemerken ob und wie gut es passt.

Unser Einzeltraining ist nicht ausreichend um dann schon in das Mentaltraining II einzusteigen. Natürlich werden Inhalte behandelt, die wir schon besprochen haben. Das MT I hat schon viele Inhalte die wir noch nicht angesprochen haben. Daher empfehle ich dieses am 17.-18. Februar in Eugendorf.

Ich freue mich, wenn Sie „dran“ bleiben und immer öfter dann das erleben, was Ihnen mehr Freude bereitet. Denken Sie bitte an die Konsequenz und Disziplin und nehmen Sie dennoch das Leben „leicht“.

Schöne Zeit,

Wolfgang Reichl