Ein Unterschenkel musste amputiert werden. Der Unterschenkel ist weg – aber der Schmerz ist da. Solche Phantomschmerzen können Patienten extrem belasten. Auf der Suche nach einer Therapie gegen diesen Schmerz gibt es erstaunliche Ansätze.

Durch den Verlust einer Hand oder eines Armes frei gewordene Hirnareale werden von ihren Nachbarstrukturen “erobert”, vergleichbar mit einer Wiese, die nicht mehr gepflegt und nun von den umgebenden Gebüschen zurückerobert wird. Dadurch kommt es zu einer Art Verwirrung und eben auch zum Phantomschmerz. Wenn es gelingt, diese Reorganisation des Gehirns zu verhindern, kann damit der Schmerz beeinflusst werden.

Möglich ist das beispielsweise mit der sogenannten Spiegel-Therapie, bei der dem Gehirn mit Hilfe eines Spiegels weisgemacht wird, die amputierte Gliedmaße sei noch da. Das funktioniert deshalb, weil das Gehirn Sinneswahrnehmungen eher glaubt als Verstandesinhalten. Folge: Die Umbauprozesse und damit die Schmerzen bleiben aus.

via Die Sinne austricksen | MT-Serviceportal – Gesundheit aktuell.