Marco S. hat es nicht mehr ausgehalten: „Die Zustände hier sind mittlerweile unerträglich – selbst Zehnjährigen werden Drogen angeboten. Und niemand ist in der Lage, etwas dagegen zu tun“, schimpft der 39-jährige Wilhelmsburger. Der dreifache Vater griff aus Sorge um seine Kinder sogar zur Selbstjustiz: „Ich habe den Dealer meiner Kinder verprügelt!“

Von Anastasia Iksanov und Malte Steinhoff

Marco S. (39), dreifacher Vater aus Wilhelmsburg, sagt: „Ich habe den Mann, der meinen Kindern Marihuana verkaufen wollte, aufgesucht und zusammengeschlagen.“

Marco S. (39), dreifacher Vater aus Wilhelmsburg, sagt: „Ich habe den Mann, der meinen Kindern Marihuana verkaufen wollte, aufgesucht und zusammengeschlagen.“
(c) Foto: Ruediger Gaertner

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Selbstjustiz in Wilhelmsburg: Vater verprügelt Schulhof-Dealer | Nachrichten – Hamburger Morgenpost.

REICHL: Selbstjustiz oder Zivilcourage? Mich wundert es nicht, dass ein Vater mal die Geduld verliert. Zu oft hörte man in der letzten Zeit in den Medien, dass Täter vom Rechtssystem nicht so verurteilt werden, dass eine Unversehrtheit anderer Menschen ausgeschlossen werden kann. Ich kann diesen Vater verstehen, er versucht seine Kinder vor diesem Einfluss zu schützen und dem sozialen Eindringling klar zu machen, dass dies unerwünscht sei. Emotionales Handgemenge und eine gebrochene Nase … eine Konsequenz mit der der Dealer wohl schon zuvor auch mal Erfahrung machte. Reicht eine gebrochene Nase? Zumindest scheint dieser Dealer diese Schule zu meiden. Wo bitte sind die Ordnungshüter um die Dealerei vor den Schulen zu verhindern? Zu beschäftigt mit Radarkontrollen, Strafzetteln und sonstigem Zeugs der Geldbeschaffung? Haben Ordnungshüter Kinder? Wie denken sie darüber? Ich glaube, dass viele Dealer sich äußerst unwohl fühlen würden, wenn mehrere Eltern vor den Schulen diese herumlungernden Existenzzerstörer bewusst ansprechen. Ja liebe Eltern, gemeinsam seid ihr stark. Und wichtig, redet früh genug mit euren Kindern was Drogen bewirken und welche Auswirkungen sie haben. Bewusstes Umgehen mit dem Thema schützt vor unbewusstem Ausprobieren mit Folgeschäden.